Das Wirkprofil von Iboga
Das pharmaklologische Wirkprofil von Ibogain ist enorm breit gefächert. Die von Ibogain ausgelösten Vorgänge sind äußerst komplex und in ihrer Wirkungsweise noch nicht endgültig erforscht. Es gibt viele verschiedene Ansätze. Zur Verstoffwechselung von Ibogain zu Noribogain gibt es pharmakologische Untersuchungen; die Bedeutung für Entzugssymptome ist nicht geklärt.
In neueren Forschungen finden wir jedoch den Hinweis das eine Erhöhung des Nervenwachstumfaktors GDNF (Glial Cell Line-Derived Neurotophic Factor) dafür verantwortlich sein könnte. Dies zeigt sich in einem Tierversuch mit alkoholsüchtigen Ratten denen Ibogain verabreicht wurde. In einem Tierversuch wurde ein verändertes Trinkverhalten beobachtet; auf den Menschen lässt sich das nicht übertragen.
Kontroversen gab es auch um die MAO-hemmende Eigenschaften der Substanz. Mittlerweile gilt Ibogain nicht mehr wie in vieler Literatur beschrieben als MAO-Hemmer. Ibogain wirkt außerdem auf die Rezeptoren zweier Hauptneurotransmitter: Serotonin (Glückshormon) und Dopamin (Wohlfühlhormon). Diese beiden Hormone sind für Gefühle der Freude und des Selbstvertrauens zuständig und auch häufig in Antidepressiva enthalten.
Der Blick ins Unterbewusstsein
Eine wichtige Ergänzung des Wirkprofils von Ibogain sind die Visionen bzw. besser ausgedrückt der traumähnliche Zustand (Oneirogen=Traumerzeugend) bei geschlossenen Augen. Durch diesen Zustand darf der Reisende seine unterdrückten und vergessenen Emotionen „neu erleben“. Dieser emotionsfreie Blick in die eigene Vergangenheit schafft die Möglichkeit sein Leben buchstäblich neu zu erleben, Zusammenhänge, Ursachen zu erkennen, sich damit auszusöhnen und sich neu auszurichten. Das Gefühl des Abgetrennt Seins wir mit Verbundenheit ersetzt.
Das Wirkprofil von Ibogain schenkt uns einen ganzheitlichen Blick, berücksichtigt den Körper wie den Geist. Ibogain wirkt auf mehrere Neurotransmittersysteme gleichzeitig; die Zusammenhänge sind nicht abschließend erforscht.