Jan. 29, 2023 | Iboga
Das Wirkprofil von Iboga
Das pharmaklologische Wirkprofil von Ibogain ist enorm breit gefächert. Die von Ibogain ausgelösten Vorgänge sind äußerst komplex und in ihrer Wirkungsweise noch nicht endgültig erforscht. Es gibt viele verschiedene Ansätze. Zur Verstoffwechselung von Ibogain zu Noribogain gibt es pharmakologische Untersuchungen; die Bedeutung für Entzugssymptome ist nicht geklärt.
In neueren Forschungen finden wir jedoch den Hinweis das eine Erhöhung des Nervenwachstumfaktors GDNF (Glial Cell Line-Derived Neurotophic Factor) dafür verantwortlich sein könnte. Dies zeigt sich in einem Tierversuch mit alkoholsüchtigen Ratten denen Ibogain verabreicht wurde. In einem Tierversuch wurde ein verändertes Trinkverhalten beobachtet; auf den Menschen lässt sich das nicht übertragen.
Kontroversen gab es auch um die MAO-hemmende Eigenschaften der Substanz. Mittlerweile gilt Ibogain nicht mehr wie in vieler Literatur beschrieben als MAO-Hemmer. Ibogain wirkt außerdem auf die Rezeptoren zweier Hauptneurotransmitter: Serotonin (Glückshormon) und Dopamin (Wohlfühlhormon). Diese beiden Hormone sind für Gefühle der Freude und des Selbstvertrauens zuständig und auch häufig in Antidepressiva enthalten.
Der Blick ins Unterbewusstsein
Eine wichtige Ergänzung des Wirkprofils von Ibogain sind die Visionen bzw. besser ausgedrückt der traumähnliche Zustand (Oneirogen=Traumerzeugend) bei geschlossenen Augen. Durch diesen Zustand darf der Reisende seine unterdrückten und vergessenen Emotionen „neu erleben“. Dieser emotionsfreie Blick in die eigene Vergangenheit schafft die Möglichkeit sein Leben buchstäblich neu zu erleben, Zusammenhänge, Ursachen zu erkennen, sich damit auszusöhnen und sich neu auszurichten. Das Gefühl des Abgetrennt Seins wir mit Verbundenheit ersetzt.
Das Wirkprofil von Ibogain schenkt uns einen ganzheitlichen Blick, berücksichtigt den Körper wie den Geist. Ibogain wirkt auf mehrere Neurotransmittersysteme gleichzeitig; die Zusammenhänge sind nicht abschließend erforscht.
Jan. 23, 2023 | Iboga
Baum der Erkenntnis
Tabernanthe-Iboga ist ein bis zu zwei Meter hoher Strauch, der im Unterholz des tropischen Regenwaldes in Westafrika wächst. Seinen Ursprung hat er im Staat Gabun. Seit langem gilt er dort als heilige Medizin mit der Heilungs- und Initiationszeremonien durchgeführt werden. Die zeitlichen Ursprünge sind nur schwer auszumachen da es keine Aufzeichnungen gab und alles mündlich überliefert wurde. Man geht von mehreren tausend Jahren aus. Bekannt ist der Iboga Strauch auch unter dem Namen „Baum der Erkenntnis“. Dies weist auf die spirituelle Dimension und Entwicklung hin, die man mit der Einnahme erfahren kann. Verwendet wird ein bestimmter Teil der Wurzelrinde, der verschiedene Alkaloide enthält hauptsächlich Ibogain. Diese chemischen Verbindungen haben eine breite Palette von Wirkungen auf das zentrale Nervensystem.
Lambaréne – Ibogain als Handelspräparat
In den 1930er Jahren (1939-1967) vertrieb eine französische Pharmafirma Ibogain unter dem Handelsname Lambaréne als Mittel gegen Depressionen, Erschöpfung und zur allgemeinen Verbesserung des Immunsystems. Lambaréne wurde ebenso auch von Sportlern zur Leistungssteigerung benutzt, bis es vom Olympischen Komitee verboten wurde.
Howard Lotsoft und sein Selbstversuch
In den 1960er Jahren beschrieb Howard Lotsof nach einem Selbstversuch eine Veränderung seines Konsumverhaltens; daraus entwickelte sich die spätere Forschung. Howard war zu diesem Zeitpunkt seines Selbstversuches stark Heroinabhängig. Als er nach seinem ersten Iboga- Trip drei Stunden geschlafen hatte und völlig erfrischt aufstand, schrieb er: „Das erste Mal seit Monaten wollte oder brauchte ich kein Heroin. Ich sah Heroin als Droge, die in den Tod führte, aber ich wollte leben“. Howard außergewöhnliche Entdeckung veränderte sein Leben. Iboga kann für Menschen, die sich mit sich selbst auseinandersetzen wollen, bedeutsam sein. Die Iboga-Pflanze und ihre Alkaloide sind jedoch auch umstritten, da sie bei unangemessener Anwendung möglicherweise schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen können. Es ist wichtig zu beachten, dass Iboga Produkte in vielen Ländern illegal sind und dass ihre Verwendung bei falscher Anwendung potenziell gefährlich sein kann. Die Begriffe Iboga und Ibogain werden in Folge gleichwertig verwendet.
Jan. 1, 2023 | Iboga, Suchtprobleme und Iboga
Muss ich mit Rückfällen rechnen?
Ibogain wird im Kontext von Abhängigkeitserkrankungen erforscht und tatsächlich kann es zu Rückfälle kommen.
Du solltest die jahrelang praktizierten Lebensgewohnheiten nicht unterschätzen die oft stärker sind als das neu erfahrene Wissen. So ist es durchaus möglich, dass du tatsächlich wieder rückfällig wirst. Die häufigsten Auslöser für einen Rückfall sind negative Emotionen, allen voran Enttäuschungen. Unser Körper hat ein Suchtgedächtnis, auf das er gerne in schwierigen Situationen zurückgreift. Selbst Howard Lotsoft wurde aufgrund negativer Umstände wieder rückfällig und machte eine erneute Entgiftung.
Viele Menschen werden körperlich clean aus einer Suchtklinik entlassen und erleiden innerhalb weniger Tage einen Rückfall. Die Abhängigkeit im Kopf mit den gewohnten Lebensmustern ist meist das Problem. Manche Menschen berichten, dass sie eigene Muster nach der Erfahrung klarer sehen. Dieses Erkennen der Ursache ist ein weiterer Ausweg aus der Sucht.
Gewohnheitsänderungen brauchen Zeit, Geduld und Willenskraft. Beschäftige dich schon vor der eigentlichen Reise wie diese aussehen können. Jahrelange Gewohnheiten gehen nicht einfach so über Nacht.
Eine Ibogain Behandlung ist ein weiser Führer und Unterstützer auf diesem Weg, der übrigens kein Sonntagsspaziergang ist. Über den Behandlungsweg bei einer Abhängigkeit entscheiden Betroffene gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten. Wir vergleichen unser Angebot nicht mit medizinischen Entzugsbehandlungen. Zu Ibogain gibt es Forschung im Kontext von Abhängigkeitserkrankungen. Vergleiche mit anderen Verfahren nehmen wir nicht vor.
https://www.hanf-magazin.com/drogenkunde/abhaengigkeitsgefahren/…
Ausweg aus der Suchtspirale
Entscheidend für einen Erfolg ist deine innere Einstellung, der wirkliche Wunsch nach Veränderung und eine Umgebung mit Menschen, die dich darin unterstützen. Diese drei Säulen sind ein weiterer wichtiger Ausweg aus der Sucht.
Menschen mit einer schweren Suchterkrankung sollten mit mehreren Behandlungen rechnen.