Kulturelle Unterschiede

In Westafrika hat Iboga eine lange rituelle Tradition. In Westafrika wird Iboga traditionell rituell verwendet. Afrikanische Heiler betrachten Krankheiten nicht als rein körperliches Leiden. Körper und Geist bilden eine Einheit. Sie stehen in einem engen Zusammenhang, ähnlich wie im Ayurveda.

Alles ist mit allem verbunden

In der traditionellen afrikanischen Medizin finden wir die Überzeugung, dass viele schwere Krankheiten und psychische Probleme durch den Einfluss von Zauberei oder durch die Geister Verstorbener verursacht werden. Das traditionelle Krankheitsverständnis unterscheidet sich grundlegend vom westlichen.
Alles ist mit allem verbunden und hat Einfluss auf das gesamte Gefüge. Somit werden auch Aspekte aus dem Umfeld im Krankheitsbild berücksichtigt dies könnte z.B. Familie oder Freundeskreis sein.
Diese größeren Zusammenhänge erklären warum Iboga auch in spirituellen Zeremonien verwendet wird. Der Bezug zu den geistigen Welten ist noch sehr stark. Diesen Zugang haben wir im Westen größtenteils verloren. Iboga ist eine Ahnenmedizin und verschafft Zugang zu dieser geistigen Welt, in der man Antworten auf seine Fragen erhält. Durch eine Zeremonie wird die Wahrnehmung und die Bewusstseinsebene verändert, sodass der Reisende zu höheren spirituellen Einsichten gelangen kann. Dadurch kann er mögliche Zusammenhänge seines Krankheitsbildes besser verstehen.

Ibogain in der westlichen Welt

Ibogain wurde in der hiesigen Welt hauptsächlich in der Suchtbehandlung bekannt. Dies ist zunächst einmal der wichtigste und belegbarste Aspekt des Wirkstoffs Ibogain. Seit Iboga im Westen immer mehr ins Blickfeld rückt, wird die Pflanze auch zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Hierzu laufen weltweit immer mehr wissenschaftliche Studien. Ibogain ist in vielen Ländern illegal, was die wissenschaftliche Forschung erschwert. Was könnten die möglichen Gründe hierfür sein?

Berührungsängste

Allgemein sind Berührungsängste mit Psychedelika in Deutschland sehr groß. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf Todesfälle, die es in Deutschland gab. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Fall aus Berlin, bei dem ein Arzt MDNA und Ephedrin 10-fach überdosiert hatte, zwei seiner Klienten starben und weitere mussten ins Krankenhaus. Auch mit Ibogain und 5-MeO-DMT gab es schon Todesfälle in Europa. Dies ist tragisch, denn diese Todesfälle wären bei genauerem Hinsehen vermeidbar gewesen und gehen auf menschliches Versagen zurück!

Fehlende Studien

Wissenschaftliche Studien sind begrenzt. Die meisten Studien gründen auf Beobachtungsstudien, Fallberichten oder kleineren Studien. Die Wirksamkeit und das Risiko von Ibogain lassen sich bis heute nicht sicher beurteilen, das Wirkprofil ist sehr komplex. Hinzu kommt die rechtliche Lage, die in den meisten Ländern kompliziert ist. So dürfen z.B. Ärzte in Deutschland nicht mit dem Wirkstoff behandeln. Ibogain fällt jedoch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, sodass Privatpersonen eine Behandlung anbieten können. Diese finden dann eher im Untergrund statt und nicht an einer fundierten Universität. Die meisten Studien zu Ibogain finden wir tatsächlich in der Suchtbehandlung. Die Neurowissenschaftlerin Dr. Deborah Mash gilt als weltweit führende Expertin in der Ibogain Forschung. https://psychedelicreview.com/person/deborah-mash/

Zu geringes kommerzielles Interesse

“Die aktuelle Drogenepidemie verlangt nach neuen und innovativen Mitteln” so die arrangierte Frau Dr. Mash. Immer wieder stößt sie jedoch auf Finanzierungsprobleme für den kostspieligen Forschungsprozess. Was ist die mögliche Ursache? “Es ist nicht profitabel genug” vermutet Mash. Pharmaunternehmen interessieren sich nicht für Ibogain. Ein gutes Beispiel hierfür ist Methadon, das zur Drogenersatztherapie bei Heroinabhängigkeit eingesetzt wird. Über Substitutionsbehandlungen entscheiden Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit den Betroffenen.

 

 

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